Nach den Preiserhöhungen 2026 stellen viele Unternehmen fest, dass ihre Microsoft-365-Rechnung spürbar gestiegen ist. Was dabei oft übersehen wird: Ein Teil dieser Kosten hängt gar nicht von Microsoft selbst ab, sondern vom CSP-Partner, über den die Lizenzen bezogen werden.

Was ein CSP-Partner tut – und woran er verdient

Microsoft verkauft 365-Lizenzen nicht ausschließlich direkt, sondern überwiegend über zertifizierte Cloud Solution Provider. Diese Partner kaufen Lizenzen zu Microsoft-Konditionen ein und verkaufen sie mit einer eigenen Marge weiter – zusammen mit Verwaltung, Support und Beratung. Die Höhe dieser Marge ist nicht reguliert und unterscheidet sich je nach Partner teils erheblich, ohne dass sich das Produkt selbst unterscheidet.

Für das Kundenunternehmen ist diese Marge in der Rechnung normalerweise nicht separat ausgewiesen – sie steckt im Gesamtpreis pro Lizenz. Das macht einen direkten Vergleich zwischen Anbietern schwieriger, als es auf den ersten Blick scheint, weil zwei Angebote mit demselben Produktnamen unterschiedlich hohe Margen enthalten können.

Woran Sie einen zu teuren Lizenzpartner erkennen

  • Die Nettopreise pro Lizenz liegen spürbar über den von Microsoft veröffentlichten Listenpreisen.
  • Preiserhöhungen werden 1:1 weitergegeben, ohne dass Bestandskunden-Konditionen oder Rabattstaffeln erkennbar sind.
  • Es gibt keine Übersicht, welche Lizenzen tatsächlich aktiv genutzt werden – ein typisches Symptom von Lizenz-Sprawl.
  • Support und Beratung werden separat und zusätzlich zur Lizenz berechnet, ohne dass das im Vorfeld transparent war.

So läuft ein CSP-Wechsel technisch ab

Der neue Partner stellt im Microsoft Partner Center eine sogenannte Reseller-Relationship-Anfrage. Ein Administrator des Kundenunternehmens muss dieser Anfrage zustimmen (Admin Consent). Anschließend werden die bestehenden Lizenzen auf den neuen Partner übertragen – Nutzerkonten, E-Mail-Postfächer, Teams-Verläufe und Daten bleiben davon vollständig unberührt. Es entsteht keine Ausfallzeit für die Endanwender.

Der gesamte Vorgang lässt sich in aller Regel innerhalb weniger Werktage abschließen, sobald die Zustimmung erteilt ist. Der bisherige Partner wird über den Wechsel informiert, muss ihm aber nicht aktiv zustimmen – ein wichtiger Unterschied zu einem klassischen Anbieterwechsel mit Kündigungsschreiben.

Worauf Sie beim Timing achten sollten

Im New Commerce Experience-Modell (NCE) sind Lizenzen häufig an Jahreslaufzeiten gebunden. Ein Wechsel mitten in der Laufzeit ist technisch möglich, kann aber vertragliche Ausgleichszahlungen beim bisherigen Partner auslösen. Sinnvoll ist es daher, den Wechsel mit dem Laufzeitende der bestehenden Vereinbarung zu koordinieren – das gehört idealerweise direkt in die IT-Budgetplanung. Wie eine Lizenzierung über Costshield als CSP-Partner konkret aussieht, steht auf der Seite zu Microsoft-365-Lizenzen.

Ein Blick in den bestehenden Vertrag lohnt sich vor jeder Entscheidung: Manche Anbieter bieten auch monatlich kündbare Lizenzen ohne Jahresbindung an, bei denen ein Wechsel jederzeit ohne Ausgleichszahlung möglich ist – oft zu einem geringfügig höheren Listenpreis, der die Flexibilität aber häufig wert ist.

Wer unsicher ist, ob der aktuelle Vertrag eine Jahres- oder Monatsbindung enthält, findet diese Information im Microsoft Admin Center unter den Abonnementdetails – ein Blick, der sich vor jedem Wechselgespräch lohnt, um realistisch über mögliche Ausgleichszahlungen sprechen zu können.

Häufige Fragen zum CSP-Wechsel bei Microsoft 365

Was ist ein CSP-Partner bei Microsoft 365?

Ein von Microsoft zertifizierter Wiederverkäufer, der Lizenzen verwaltet und mit eigener Marge weiterverkauft – Support und Beratung inklusive.

Kann ich meinen Microsoft-365-Lizenzpartner jederzeit wechseln?

Grundsätzlich ja, sinnvoll ist der Wechsel aber zum Ende der bestehenden Vertragslaufzeit, um Doppelkosten zu vermeiden.

Entstehen beim CSP-Wechsel Ausfallzeiten?

Nein, bei korrekter Durchführung über das Microsoft Partner Center bleiben alle Dienste durchgehend aktiv.

Was kostet ein Wechsel des CSP-Partners?

Microsoft selbst berechnet dafür keine Gebühr. Kosten können nur entstehen, wenn eine laufende Jahresvereinbarung vorzeitig beendet wird.

Wie erkenne ich, ob mein aktueller Lizenzpartner zu teuer ist?

Durch einen Abgleich der Rechnungspreise mit den offiziellen Microsoft-Listenpreisen und Angeboten anderer CSP-Partner.