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12. Mai 2026

IT-Kosten · Lizenzmanagement

Lesezeit: ca. 6 Minuten·IT-Strategie für KMU·Mai 2026 Autor: Florian Heeg, Costshield IT Consulting

Microsoft 365: So reduziert der Mittelstand seine Lizenzkosten – ohne auf Funktionen zu verzichten

Viele mittelständische Unternehmen zahlen monatlich deutlich mehr für Microsoft 365 als nötig. Mit gezieltem Lizenzmanagement lassen sich oft 20–40 % der Kosten einsparen – ganz ohne Einschränkungen.

30 % durchschnittliches Einsparpotenzial

1 von 3 Lizenzen wird kaum genutzt

€ 180+ Ersparnis pro Jahr pro User

Warum zahlen Mittelständler zu viel?

Der Einstieg in Microsoft 365 erfolgt oft schnell – und unreflektiert. Ein Anbieter empfiehlt Microsoft 365 Business Premium für alle Mitarbeitenden, die Lizenzen werden pauschal ausgerollt, und niemand prüft danach noch einmal, ob das tatsächlich Sinn ergibt. Das Ergebnis: Assistenz zahlt für Funktionen wie Intune oder Defender, die sie nie nutzt. Werkstattmitarbeiter haben Vollzugang zu SharePoint, obwohl sie nur E-Mails lesen.

Praxisbeispiel: Ein Handwerksunternehmen mit 80 Mitarbeitenden stellte nach einem Lizenz-Audit fest, dass 35 % der Business-Premium-Lizenzen auf Mitarbeitende entfielen, die ausschließlich E-Mail und Teams nutzten – wechseln auf Essentials: Ersparnis ca. € 8.400 pro Jahr.

Die 6 wichtigsten Hebel zur Kostensenkung

1. Lizenz-Audit: Bestandsaufnahme vor allem anderen

Analysieren Sie mithilfe des Microsoft 365 Admin Centers (Berichte → Nutzung), welche Lizenzen aktiv genutzt werden. Ungenutzte Lizenzen über 30 Tage sind Streichkandidaten. Tools wie CoreView oder Metriqs automatisieren diesen Prozess.

2. Lizenzpläne nach Benutzertypen staffeln

Nicht jeder braucht Business Premium. Unterscheiden Sie: Frontline-Mitarbeitende (F1/F3), reine Office-Nutzer (Apps for Business), vollwertige Wissensarbeiter (Business Standard/Premium). Allein diese Segmentierung spart oft 30–50 % pro abgestuftem User.

3. Shared Mailboxen statt Einzellizenzen

Für Funktionsadressen wie info@, buchhaltung@ oder support@ reichen Shared Mailboxen – sie benötigen keine eigene Lizenz, solange kein dedizierter Login notwendig ist. Das allein spart häufig 5–15 Lizenzen.

4. Jährliche statt monatlicher Abrechnung

Der Wechsel von monatlicher auf jährliche Abonnementverlängerung reduziert die Kosten je nach Plan um bis zu 20 %. Bei 50 Lizenzen à € 20/Monat entspricht das einer jährlichen Ersparnis von über € 2.400.

5. Add-ons & Drittanbieter kritisch prüfen

Viele Unternehmen zahlen zusätzlich für Sicherheits- oder Backup-Lösungen, obwohl Microsoft 365 bereits vergleichbare Funktionen mitbringt (z. B. Defender, Purview, Viva Insights). Prüfen Sie Redundanzen – und auch umgekehrt: Wo ist ein Drittanbieter günstiger?

6. CSP-Partner statt direktem Microsoft-Kauf

Ein Cloud Solution Provider (CSP) bietet oft bessere Konditionen, flexiblere Laufzeiten und persönliche Beratung. Besonders für Mittelständler ohne eigene IT-Abteilung ist ein kompetenter CSP-Partner Gold wert.

Schnell-Checkliste für Ihr nächstes Audit

  • Nutzungsberichte im Admin Center aktivieren und 30 Tage auswerten
  • Alle Lizenzen den Benutzertypen zuordnen (Frontline / Standard / Premium)
  • Shared Mailboxen inventarisieren und lizenzfreie Alternativen umsetzen
  • Abonnement-Laufzeiten auf Jahresbasis umstellen
  • Add-on-Lizenzen auf Überschneidungen mit Bordmitteln prüfen
  • CSP-Angebote einholen und mit aktuellem Preismodell vergleichen
  • Audit-Rhythmus festlegen: mindestens einmal jährlich, besser halbjährlich

Fazit: Lizenzmanagement ist kein einmaliges Projekt

Die größten Einsparungen entstehen nicht durch einen einmaligen Audit, sondern durch kontinuierliches Monitoring. Mitarbeiterwechsel, neue Abteilungen, veränderte Arbeitsprozesse – all das beeinflusst den Lizenzbedarf. Wer halbjährlich hinschaut, zahlt dauerhaft weniger und hat dabei stets den richtigen Plan für jede Rolle im Unternehmen.

Für den Mittelstand ist ein strukturiertes Microsoft 365 Lizenzmanagement damit kein IT-Luxus, sondern schlicht wirtschaftlich vernünftig.

Wie viel könnten Sie einsparen?

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